Archiv der Kategorie ‘Kirche‘

Weht der Wind wirklich, wo er will?

Freitag, den 13. April 2012

Wir waren vor vielen Jahren zu einer  Familienkur für betroffene Krebskinder auf der Insel Sylt. Es war November, rauh und kalt. Jeden Tag gingen wir vom Kurheim durch die Dünen zum Strand. Suchten Muscheln und Bernstein. Manchmal liessen wir Drachen steigen. Je nach Windverhältnissen und -stärke. Apropos Windstärke: An einem Tag weht ein so heftiger Wind, dass zirka eineinhalb Meter über dem Erdboden alles voller Sandkörner war, den der Sturm vor sich hertrieb. Sah ganz gespenstig aus. Unsere Kinder machten sich den Spass und legten sich dem Wind entgegen – und fielen gar nicht um… An anderen Tage wehte nur ein laues Lüftchen. Und auch die Windrichtungen wechselten öfters. Man konnte es meist nicht voraussagen, aus welcher Richtung er demnächst blasen würde.

Vergleiche

In der Bibel gibt es eine zu obiger Situation passende Aussage:

Der Wind weht, wo er will. Du hörst zwar sein Rauschen, aber woher er kommt und wohin er geht, weisst du nicht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.” (Johannes 3,8)

Das Wirken des Geistes wird hier mit dem Wind verglichen. Weitere Synonyme sind Feuer, Wasser und Öl. Das sind alles keine festen Körper, sondern fliessende Dinge. In Bewegung. Verändern ständig ihre Form, ihre Oberfläche, ihre Wirkungsintensität. Ich finde das interessant. (more…)

Hallo Fidel Castro!

Donnerstag, den 29. März 2012

Ein Gespräch über Gott und die Welt soll es gewesen sein – insofern passt das Thema natürlich auf meinen Blog:-)
 
Dass du dich gestern mit dem Papst getroffen hast, das ist eine kleine Revolution! Aber Revolutionen bist du ja gewöhnt…
 
Entschuldige bitte, wenn ich dich duze. Aber schliesslich begleitest du mich schon ein ganzes Leben. Ich bin mit dir aufgewachsen, dem “Bruder” in der Karibik. Der mit unseren Staatsführern dasselbe Ziel anstrebte, die sozialistische Revolution. Und ich kann mich noch gut an die Slogans meiner Kindheit erinnern, als es während und nach der Kubakrise 1962 hiess: “Hände weg von Kuba!”
 
Atheist trifft Papst
 
Du hast dich fast ein Leben lang als Atheist bezeichnet, obwohl du eine Jesuitenerziehung genossen hast. Die Kirche zu bekämpfen, den Atheismus in der Verfassung zu verankern – das sind schon klare Signale an Glaubende. Umso erstaunlicher war da jetzt deine Bitte, das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI. auf seiner Kubareise zu treffen.
(more…)

Am liebsten würde ich eine Kirche gründen

Mittwoch, den 29. Februar 2012

Irgendwie ging es auf einer Website um ein Gemeindethema. Das kann man herrlich kontrovers diskutieren. Und sicher hat jeder – von seiner Warte aus – ganz originelle Ideen für was Neues. Oder auch Argumente, warum die bestehende Kirche / Gemeinde, die er kennt, so fehlerbehaftet ist.

Aber: Man kann ja auch selbst aktiv werden, wie folgender Kommentator meint:

“Hmmmm, ehrlich gesagt würde ich am liebsten eine Kirche gründen die sich nur nach der Bibel orientiert, und in der man auch nur aus der Bibel vorliest.
Irgendwie gibt es mir heutzutage zu viel Mischmasch (Sonderlehren) in den Gemeinden, das verwirrt ein wenig, finde ich.”

Vielleicht hat ER (naja, es könnte ja auch eine SIE sein) ja Recht mit seinem Wunsch nach einer reinen Bibel-Kirche. Dann wäre alles einfacher, deutlicher, klarer.

Wäre es das?

Selbst wenn in einer Kirche “nur” Bibel gelesen würde, stellte sich aber auch da die Frage: Welche Übersetzung / Übertragung würde man benutzen? Und welche Bibelabschnitte kämen zum Rezitieren: Mehr die Gerichtspassagen, die Gottes Heiligkeit hervorheben oder mehr die ermutigenden und tröstenden Abschnitte? Lesen wir nur die Psalmen? Oder aus dem Alten Testament? Andere würden das Neue Testament vorschlagen – schliesslich leben wir nicht mehr unter Gesetz. Und schon kann die “Kirche”, die es ja nicht als Person gibt, sondern die aus Menschen besteht, wieder herrlich kontrovers diskutieren… (more…)

Passionmails

Dienstag, den 14. Februar 2012

Adventliche Mails mit geistlichem Inhalt sind hinreichend bekannt.

Dass es aber dazu auch adäquate Passionsmails gibt, wissen nur wenige.

Hao Hebbinghaus verschickt auch in diesem Jahr während der Passionszeit einen täglichen geistlichen Impuls in Form eines virtuellen Fastenkalenders.

In seinem Blog kann man sich dazu anmelden.

Die Prostituierte und die Geburtstagstorte

Donnerstag, den 9. Februar 2012

Ich habe diese Geschichte schon einmal gelesen. Jetzt fiel sie mir wieder ins Auge  – und sie gefällt mir immer noch… 
Ich drucke sie einfach mal hier ab. Quelle: Tony Campolo: The Kingdom Of God Is A Party

Tony wuchs in der Innenstadt von Philadelphia auf und ist ein Buchautor, Professor für Soziologie und ein engagierter Kämpfer in sozialen Belangen. Vor ein paar Jahren ereignete sich folgendes: Er fliegt nach Hawaii, um auf einer Konferenz zu sprechen. Nach dem Einchecken im Hotel versucht er, ein bisschen Schlaf zu bekommen.

Morgens um drei Uhr

Gegen drei Uhr morgens weckt ihn jedoch seine biologische Uhr. Die Nacht ist dunkel, die Straßen sind still, die Welt schläft tief und fest, Tony dagegen ist hellwach und sein Magen rumort. Er steht auf und macht sich auf, um in der Stadt einen Ort zu finden, wo er zu früher Stunde ein Frühstück mit Eiern und Schinken bekommen kann. Alles hat geschlossen, außer einer heruntergekommenen Bistrokneipe in einer Seitengasse. Er tritt ein und setzt sich. Der fette Kerl hinter der Theke kommt herüber und fragt: „Was willst’n ham?“ Nun ja, Tony ist gar nicht mehr so hungrig, und wie er so ein paar Donuts unter einer Plastikhaube erspäht, sagt er: „Einen davon und einen schwarzen Kaffee, bitte.“ Es ist mittlerweile halb 4, als er seinen Donut verputzt und seinen Kaffee schlürft, als acht oder neun aufgedrehte Prostituierte lautstark eintreten, die gerade ihre nächtliche Tätigkeit beendet haben. Sie lassen sich auf die Sitze an der Theke fallen und Tony sieht sich unangenehm umzingelt von dieser Gruppe rauchender und fluchender Stricherinnen. Er beeilt sich mit seiner Tasse Kaffee und sinnt auf einen raschen Rückzug. (more…)

Verwandlungen?

Mittwoch, den 18. Januar 2012

Ich bekomme seit einiger Zeit auch den “Montagsbrief” von Waldemar Grab, dem Musikevangelisten (ehemaliger Traumschiffpianist).

Darin schreibt er meist einige ermutigende Gedanken, berichtet von den letzten Einsätzen und bittet um Gebetsunterstützung für anliegende Projekte.

Kürzlich schrieb er folgendes:

Liebe Freunde,
die diesjährige Internationale Allianzgebetswoche empfand ich als großartig. Nicht allein die beiden Gebetskonzerte in Duisburg und Dillenburg-Nanzenbach waren spürbar gesegnet, sondern auch die vielen Begegnungen und Gespräche am Rande. “Verwandelt durch Jesus Christus“ lautete das Thema und man spürte deutlich: Die einen konnten von der Verwandlung berichten – und die anderen sehnten sich nach ihr. Deutschland im geistigen Umbruch? Ich bin dabei, Du auch?

Über den Passus mit der Verwandlung musste ich nachdenken. Zumal mich schon seit Jahren eine Bibelstelle zum Thema beschäftigt, die Ähnliches ausdrückt: (more…)

Mein Herz in Afrika

Dienstag, den 3. Januar 2012

So heisst der Titel des neusten Buches von Andreas Malessa.
Er stellte es anlässlich des “Kanderner Themenfrühstücks” den Zuhörern vor. Meine Frau wollte es gerne haben, aber ich brachte sie irgendwie davon ab. Um es dann doch – mit Widmung – zu erstehen…Das Buch würde über einen Massai handeln, den Malessa kennen gelernt hatte.

Wer das Buch von Corinne Hofmann – “Die weisse Massai” – kennt, hätte vielleicht eine ähnliche Thematik erwartet. Aber der Autor hat einen völlig anderen Erzählerstil. Witzig, genau beobachtend und beschreibend – und vor allem mit anderen Inhalten!

Ole Ronkei – für einen gescheiten Krieger- bzw. Viehhüterdienst zu klein und unsportlich – wird von seinem Onkel in einer Schule untergebracht, lernt schreiben und lesen. Und beisst sich durchs ungewohnte (“weisse”) Leben. Später nutzt er die Chance zu Aufentlhalten in England und den USA. Nach einigen Jahren findet man den Mann aus der kenianischen Steppe als Professor in den Staaten und Berater der Weltbank wieder. Wie viele Stolpersteine es auf diesem Weg gab, welche Kämpfe und Niederlagen er durchmachte – das muss man selber lesen! (more…)

Soll ich licht oder Licht werden?

Mittwoch, den 21. Dezember 2011

Hmm, manchmal stolpert man dann doch über eine Formulierung in einem Satz. Kürzlich ist es mir passiert: Wir sitzen in einer Runde, ein ehemaliger Pfarrer versucht uns Männern, einen Vers aus Jesaja zu erklären. Weil er so gut in diese Vorweihnachtszeit passe, hätte er ihn gewählt, aus Jesaja 60 Vers 1:

“Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! (Luther 1984)

Ja – was denn? Wird Licht (im ersten Teil des Verses) seit kurzem klein geschrieben? Muss ich wirklich “lichter”, heller werden? Und wie macht man das? Oder soll es wirklich “Licht” (gross geschrieben) heissen? Aber dann auch hier wieder die Frage: Wie genau könnte ich das bewerkstelligen? Umsetzen?

Das Beste ist, wir schauen uns mal die anderen Übersetzungen/Übertragungen an, wie sie diesen Vers übersetzen. Da wird es interessant – hier ein paar Beispiele:

“Steh auf, werde licht! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des HERRN ist über dir aufgegangen.” (Elberfelder Bibel)

Okay, die Elberfelder übersetzt es sehr ähnlich, dann scheint es ja zu stimmen. Aber es gibt ja noch mehr: (more…)

Was Jesus alles nicht hatte…

Freitag, den 16. Dezember 2011

Ich liege in diesem kleinen Raum auf dem Wasserbett. Stichpunkt: Medy-Jet. Computergesteuert massieren bewegliche Wasserstrahlen den Körper von unten durch die weiche Auflage. Sichelförmig, kreisend oder punktuell. Kräftig zupackend oder sanft ausstreichend, den ganzen Körper oder einzelne Partien. Je nach Programmauswahl, je nach Gefühl und Gesundheit. Aber immer wunderschön. Und ganz einfach: kein Duschen, kein An- und Auskleiden. Dabei noch gedämpftes Licht, bläulich. Und sanfte Musik.

Ich spüre die Wasserstrahlen am Rücken. Es tut gut. Und entspannt. Und die Gedanken kreisen…

  • Mir tut das Medy-Jet gut. Aber Jesus hatte damals keine solchen Entspannungswasserbetten zur Verfügung. Und keinen wöchentlichen Termin beim Masseur. Er musste – irgendwie – selber mit der Spannung in seinem Leben und seinen körperlichen Anspannungen fertig werden.
  • Jesus hatte auch keinen Urlaubskatalog auf dem Couchtisch. Mit dieser unwahrscheinlichen Auswahl an Ferienorten weltweit. Pool am Haus, Sandstrände. Erlebnis- oder Abenteuerreisen. Jesus ist nie in Urlaub gefahren. Er kam während seines Lebens noch nicht mal aus seinem Heimatland heraus.
  • Jesus war auch nicht bei Facebook und irgendwie mit ganz Vielen “befreundet”. Er hatte kein iPad, iphone, Computer. Er hatte noch nicht mal W-lan. Und doch hatte er einen heissen Draht nach oben, von dem wir alle nur träumen können. (more…)

Kreuz und Schatten

Sonntag, den 11. Dezember 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

…Eine Meditation…

Klick zuerst auf das Bild – es sollte sich vergrössern. Und dann schau, was du siehst.

ich sehe das mikrofon.
nein – eher die aufgeschlagene bibel.
oder doch die kerzen?

nein, nein, die bunten fenster fesseln meinen blick.
das leben ist auch bunt.
voller farben.

und nuancen

tisch, pult, fenster.
sie verblassen vor den zentrum.
jesus in der endphase:
leidend und liebend:
angestrahlt von gottes blicken. (more…)