Archiv der Kategorie ‘Geduld‘

Gott begegnen? – Manchmal muss man auf einen Turm steigen…

Freitag, den 23. März 2012
Kennen Sie Habakuk?
Klingt so fremd, altertümlich.
Ach, ein Name ist das? Ich hätte mehr eine historische Ausgrabungsstätte im Irak oder Indien vermutet.
Der soll aus der Bibel kommen…
Soll nicht, der kommt von daher – ist einer der kleinen Propheten.
Ja – und? Muss man ihn kennen?
Muss nicht, aber interessant ist der Typ allemal.
Und man kann von ihm lernen.
Ach? Was denn?
Der hat damals schon gebloggt, seine Erlebnisse und Erfahrungen einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt…
 
Habakuk 2 (LUT)
1 Hier stehe ich auf meiner Warte und stelle mich auf meinen Turm und schaue und sehe zu, was er mir sagen und antworten werde auf das, was ich ihm vorgehalten habe.
2 Der HERR aber antwortete mir und sprach: Schreib auf, was du geschaut hast, deutlich auf eine Tafel, dass es lesen könne, wer vorüberläuft!
3 Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiss kommen und nicht ausbleiben.
4 Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.
 
Erst fragen – dann türmen
 
Letztens las ich sie wieder, die ersten vier Verse in seinem zweiten “Blogbeitrag”. Und fand sie spannend! Habakuk hatte viele Fragen. Und ging damit an die richtige Adresse. Gott sollte ihm doch antworten, ihm erklären, wie sein politisches Umfeld gerade einzuordnen wäre.
Gott Fragen stellen – natürlich darf man das. Wer sollte denn sonst kompetente Antworten geben? Wie die Welt tickt. Wozu Leid zugelassen wird. Wohin und wofür ich mich entscheiden soll… (mehr …)

Wenn Gott renoviert…

Mittwoch, den 7. März 2012

Gott hat oft eigenartige Arbeitsmethoden. Um ans Ziel zu kommen. An sein Ziel. Hier ein paar Beispiele:

Das Haus

Kürzlich sassen wir bei einer Vereinssitzung zusammen, tranken Kaffee. Und tauschten Erlebnisse aus. Ein Ehepaar erzählte: “Wir wohnen auf einem Grundstück mit zwei Häusern. Wir sind im vorderen Bereich, weiter hinten steht ein ziemlich altes Haus. Eigentlich ist es schon lange dran, saniert zu werden, aber dazu fehlt uns das Geld. An einem Abend schaut meine Frau aus unserem Wohnzimmerfenster aufs hintere Grundstück – und sieht Flammen aus dem oberen Stockwerk schlagen. Es brannte in dem alten Haus! Worauf sie meinte:

“Schau mal, Gott renoviert unser Haus!”

Zum Glück hielt sich gerade niemand im brenndenden Haus auf. Die Feuerwehr löschte zwar den Brand, aber das Gebäude musste dann abgerissen werden. Ebenfalls zum Glück war es gut versichert. Einige Zeit später stand ein neuer, schicker Kasten dort.” (mehr …)

Das Buch vom Himmel

Montag, den 27. Februar 2012

Ich war ziemlich gespannt auf dieses Buch. Einfach, weil mich das Thema “Himmel” auch schon lange interessiert und fasziniert. Und dann erfuhr ich, dass unserer ehemaliger Nachbar – Matthias Herrchen – etwas darüber geschrieben hat. Ich bestellte es sofort. Am Wochenende habe ich es gelesen. In einem Rutsch sozusagen.

Das Buch ist gut geschrieben. Man merkt dem Autor an, dass er gewöhnt ist, mit der Sprache zu brillieren. Gerne fomuliert. Präzise Aussagen trifft. Und durch eigenes Erleben dazu angeregt wurde, den Dingen über den Wolken auf die Spur zu kommen. Und sich lange mit dem Thema Himmel beschäftigt hat.

Die Bibel sagt…

Es ist erstaunlich, an wievielen Stellen der Bibel doch Aussagen getroffen werden, was den Himmel ausmacht. Wie es dort aussieht. Wer dort sein wird und wer nicht. Der Autor bemüht sich, sowohl Stellen aus dem Alten Testament als auch neutestamentliche Aussagen einzuordnen und zu erläutern. Er erklärt die Arten und Hierarchien der Engelwesen. Und versucht auch, das Unbeschreibliche zu beschreiben. Hier eine Kostprobe: (mehr …)

“Wenn kein Wunder passiert, sei selbst eins!”

Freitag, den 25. November 2011

Und wieder mal ein interessantes – und ergreifendes! – Buch ausgelesen. Nick Vujicic, aufgewachsen in Australien, schildert darin “sein Leben ohne Limits”.

Er berichtet über den Schock der Mutter, als sie ihn nach der Geburt ohne Arme und ohne Beine sah. Und wie sie sich vier Monate geweigert hat, diese Tatsache zu akzeptieren. Und der Vater keine Blumen mit ins Krankenhaus brachte und seine Mutter erst nachfragen musste, ob sie denn keine Blumen verdient hätte.

Man merkt den offenen und launigen Schilderungen des Autors immer wieder an, wie behindernd die körperlichen Grenzen für ihn selbst, aber auch für seine Eltern und Geschwister waren (und sind). Um so erstaunlicher ist es, Nick auf seinem Lebensweg zu begleiten und die Stationen zu sehen, wie er seine Begrenzungen sprengt. Und er erreicht Dinge, die sein Umfeld, aber auch er selbst, nicht für möglich gehalten hat.

Unmöglich?

Nick berichtet über seinen speziellen Rollstuhl, der ihm Beweglichkeit verschafft. Oder darüber, wie er einen grossen und starken Mitschüler “verkloppt”, der ihn und andere immer wieder provozierte. Oder über seine Schwimm- und Taucherfahrungen. Oder wie er mit der einarmigen Bethany Hamilton in Hawaii surfen lernte. Oder wie er Firmengründer wurde. Und Motivationsredner, der weltweit eingeladen wird. Alles Tätigkeiten, die man beim Betrachten seiner Behinderungen niemals für möglich gehalten hat. Aber Nick hat das Wort “unmöglich” weitestgehend aus seinem Wortschatz gestrichen. Mit Gott und einem starken Willen ist (fast) alles erreichbar. (mehr …)

Wenn Gott den “Kopf wäscht”…

Dienstag, den 15. November 2011

Ein GASTBEITRAG von Marion

Unsere Tochter ist im September 2010 für ein Jahr nach Japan gegangen, um dort zu studieren. Die ersten Wochen und Tage waren zwar recht aufregend, aber alles ging gut – bis zum 11. März diesen Jahres.

Da geschah dieses schwere Erdbeben mit dem Tsunami in Sendai und der nachfolgenden Katastrophe im Atomkraftwerk von Fukushima. Unsere Tochter befand sich ca. 500 km südlich von Fukushima direkt an der Pazifikküste. Zwar nicht in unmittelbarer Gefahr, aber keineswegs auf sicherem Terrain. Niemand konnte sagen, ob nicht noch ein schweres Beben kommt, ob nicht noch ein anderes AKW havariert oder die Strahlung aus Fukushima nicht doch verheerender würde, als von offizieller Stelle gemeldet.

Zwar kamunser Kind am 16.3.11 auf abenteuerliche Weise nach Hause, aber nur für kurze Zeit. Alle offiziellen Stellen beteuerten, es bestehe keine unmittelbare Gefahr und somit kein Grund, das Stipendium nicht weiter wahrzunehmen.
Am 6. April flog sie also wieder zurück nach Japan, um ihr Studium bis zum Ende des Sommersemesters an der dortigen UNI fortzusetzen. (mehr …)

“Kannst du, Jesus, oder kannst du nicht?”

Mittwoch, den 19. Oktober 2011

Eine eigenartige Formulierung! Jesus zu fragen, ob er fähig sei, die Umstände zu ändern. Ob er die Macht habe, ins Geschehen einzugreifen. Wenn man die Geschichte in der Bibel liest, dann versteht man vielleicht besser, wie jemand zu so einer Frage kommen kann.

Alles nicht geholfen

Jesus kommt einmal hinzu, als sich seine Jünger und die Volksmengen in einer ziemlich heftigen Diskussion befanden. Auf Nachfrage erklärt ein betroffener Vater, dass er einen von einem stumm machenden Geist besessenen Sohn habe, der von klein auf eben von diesem Geist hin und her geworfen würde. Dann passiert es immer wieder, dass der Junge mal ins Feuer, mal ins Wasser geworfen würde. Lebensbedrohlich das Ganze. Und wenn der Geist zuschlägt, dann würde der Sohn ganz starr, hätte Schaum vor dem Mund und würde fürchterlich mit den Zähnen knirschen. das sei so beängstigend, dass er froh wäre, jemand würde ihnen helfen. Nun hätte er seine – Jesu – Jünger angesprochen. Aber die konnten diesen Geist auch nicht austreiben. Deshalb würden sie alle diskutieren, was es für eine Lösung gäbe.

Alles eine Frage des Glaubens (?)

Jetzt wird Jesus aktiv. Es erschüttert ihn, dass er ihnen schon so oft die Macht Gottes demonstriert hatte, sie aber immer noch nichts wirklich begriffen hatten. Der Junge wird auf seinen Wunsch hin zu ihm gebracht – und sofort, als der böse Geist Jesus sieht, beutelt er sein Opfer wieder brutal. Da versucht der arme Vater noch einmal, Hilfe zu bekommen. Er sagt: (mehr …)

Wenn man Gott mit eigenen Augen sieht…

Dienstag, den 27. September 2011

Puh -  letztes Kapitel vom Buch Hiob gelesen. Es geht gut aus! Alles wendet sich zum Besten. Das wäre doch was für Hollywood, so ein Happy end!

Ich habe in der letzten Zeit diese unglaublich dramatische Lebensgeschichte gelesen. Hiob – ein Mann mit dermassen gutem Leumund:

Es war ein Mann im Land Uz, der hieß Hiob; der war ein untadeliger und rechtschaffener Mann, der Gott fürchtete und das Böse mied. (Hiob 1,1) 

Und dann brechen die Ereignisse eins nach dem anderen über ihn herein.  Feinde überfallen seine Farmen, stehlen das ganze Vieh, verwüsten sein Land. Boten berichten Schreckliches (deshalb “Hiobs-Botschaften” in unserem Sprachgebrauch). Dann werden seine zehn Kinder getötet. Wahrlich ein schlimmes Schicksal. Und dann kommen noch jede Menge Krankheiten für Hiob selbst hinzu. Ein Übermass an Leid und Elend.

Aber – so wird berichtet – bei allem sündigte Hiob nicht und redete auch nichts Ungebührliches über Gott.

Erklärungversuche

Drei seiner Freunde kommen, versuchen ihre eigene Theologie, ihre eigenen Erklärungen, dieses Leid zu deuten. Und vertiefen bei Hiob nur den Schmerz, weil zu seinen äusseren Leiden dieses Unverständnis derer dazukommt, die ihn ja besser kennen sollten. Wie furchtbar einsam muss er sich gefühlt haben, zumal ihn ja seine eigene Frau auch schon aufgegeben hatte (“Sage dich los von Gott und stirb!”). Und von Gott kam keine Antwort. (mehr …)

Im Schatten deiner Flügel, Herr

Sonntag, den 4. September 2011

Ich habe ihn Ostern zum ersten Mal gesehen. Es war ein tolles Seminar über die Herrlichkeit und Allmacht Gottes in Karlsruhe. Am Nachmittag sassen wir zusammen. Plauderten. Lernten uns kennen. Lachten. Aber tauschten auch ernsthafte Themen aus.

Später schrieb er mir noch eine Mail, wollte den Kontakt weiterführen. Aber immer “kam ich nicht dazu”, schob es hinaus. Vergass es auch mal wieder, zu antworten. Trotzdem blieb er in meinen Gedanken.

Vor drei Tagen erfuhr ich durch eine gute Bekannte, dass er einen Tumor hat. Jetzt musste ich mich bei ihm melden! Ich bat um seine Telefonnummer, denn über Krankheiten – da wollte ich nicht einfach nur per Email reagieren. Und dann redeten wir eine ganze Weile.

Israel

Eigentlich wollte er in den nächsten Tagen eine spezielle Reise nach Israel machen, in einer Kommunität ein paar Tage mit den Leuten leben, andere Christen treffen… Das musste er kurzfristig absagen. Als ich ihm von meiner Prostatadiagnose erzählte, war er auch betroffen. Und meinte: “Eigentlich wollte ich, dass du für mich betest, aber jetzt sind wir ja beide betroffen.” (mehr …)

Frisch verliebt

Montag, den 29. August 2011

Wir stehen in der Küche, bereiten das Mittagessen vor. Unser Sohn sollte/wollte eigentlich den Salat zubereiten. Putzen, schneiden, waschen. Aber irgendwie klappte es damit nicht so richtig. Obwohl er sonst gerne mal kocht, sich also in der Küche auskennt.

Aber dann stockt er wieder mit seinen Tätigkeiten. Erzählt dauernd. Und schaut aus, als ob er nicht richtig anwesend wäre. Oder nicht ganz zurechnungsfähig.

Verliebt

Bis es uns allen klar wird: Nein, er ist nicht krank oder so. Er ist einfach verliebt! Frisch verliebt sogar. Und das, obwohl er schon einige Jahre glücklich verheiratet ist!

Die neue “Ziel”person, die seine Welt in rosarotes Licht taucht, heisst Kianu. Ein paar wenige Tage alt. Klein. Stuppsnase. Friedlicher Gesichtsausdruck. Entspannter Schlaf. Gegenstand der Verliebtsein-Attacke seines Vaters. Und der Mutter. Beide  erleben zum ersten Mal, wie die Welt sich plötzlich ganz anders dreht. Freundlicher. Spannender. Inhaltsreicher. Und alles nur wegen dieses kleinen Mannes, gerade mal einen halben Meter lang… (mehr …)

(1) Jesus und das PSA

Mittwoch, den 10. August 2011

Der jährliche Check – Krebsvorsorge für Männer ab 50 – war wieder mal dran gewesen. Und weil er beim Abtasten meinte, eine Vergrößerung gespürt zu haben, spricht er jetzt mit mir über mögliche Ursachen. Und Behandlungsmethoden. Er versucht, kritische Ausdrücke aus dem Gespräch herauszuhalten, redet vielmehr von „wenn es was Ungutes wäre“.

PSA?

Und wir reden über den PSA-Wert, was auch immer das sein mag. Der läge über 4 – also müsse man abklären, woher das käme. Ich bin natürlich einverstanden, auch mit der Überweisung zu einem Urologen. Der dann genauer hinschauen würde… Auf dem Überweisungsschein stehen dann noch so Worte wie „kurativ“ und „kleine Induration“ – Begriffe, die nicht unbedingt zu meinem täglichen Wortschatz gehören. Aber wozu gibt es Wikipedia?

  • Induration – Verhärtung von Gewebe durch Vermehrung von Bindegewebe. Sie kann in Folge von chronischen Entzündungsreizen, z. B. bei Neurodermitis oder bei bösartigen Tumoren auftreten.
  • Kurativ – Das Wort Kurativ ist von dem lateinische Wort curare hergeleitet und bedeutet Heilen.
  • PSA – Das prostataspezifische Antigen ist ein Enzym, das mittlerweile zum wichtigsten Marker in der Urologie geworden und der empfindlichste Parameter in der Diagnostik des Prostatakarzinoms ist.

Wir werden sehen, was der Urologe dann sagt oder auch macht. Erst mal einen Termin besorgen… (mehr …)