Archiv der Kategorie ‘Bibel‘

Vom Polizisten zum Freund

Mittwoch, den 18. April 2012

In einem Seminar sollten wir einmal folgende Übung machen und diese Aussage ergänzen:

Gott ist für mich wie…

Puh, das war auf die Schnelle gar nicht so einfach. Im allgemeinen denke ich ja nicht ständig darüber nach, wie ich Gott beschreiben würde. Okay, wenn es um reine biblische Aussagen gegangen wäre, dann hätte ich eine ganze Liste gefunden. Aber es sollte ja eine subjektive Einschätzung sein. Schwierig, schwierig…

Streng

Als fünfter Spross einer kinderreichen Familie musste ich sehr früh akzeptieren, dass unser Leben nach klaren Normen und Grenzen funktionierte. Wurden diese überschritten, gab es Strafe. Das tat oft spürbar weh. So nützlich diese Einstellung für das praktische Miteinander einer Grossfamilie auch war – aber sie prägte auch nachvollziehbar mein Bild von Gott. Heute weiss ich um die vielfältigen Zusammenhänge, denn „Elternsicht ist Gottessicht“. Aber damals war mir das noch nicht bewusst. Gott und auch Jesus Christus hatten für mich schon den klaren strengen Charakter. Sie stellen die Regeln auf und ich als Mensch muss sie befolgen. Bricht man diese Regeln, folgt Strafe auf dem Fuss. (more…)

Weht der Wind wirklich, wo er will?

Freitag, den 13. April 2012

Wir waren vor vielen Jahren zu einer  Familienkur für betroffene Krebskinder auf der Insel Sylt. Es war November, rauh und kalt. Jeden Tag gingen wir vom Kurheim durch die Dünen zum Strand. Suchten Muscheln und Bernstein. Manchmal liessen wir Drachen steigen. Je nach Windverhältnissen und -stärke. Apropos Windstärke: An einem Tag weht ein so heftiger Wind, dass zirka eineinhalb Meter über dem Erdboden alles voller Sandkörner war, den der Sturm vor sich hertrieb. Sah ganz gespenstig aus. Unsere Kinder machten sich den Spass und legten sich dem Wind entgegen – und fielen gar nicht um… An anderen Tage wehte nur ein laues Lüftchen. Und auch die Windrichtungen wechselten öfters. Man konnte es meist nicht voraussagen, aus welcher Richtung er demnächst blasen würde.

Vergleiche

In der Bibel gibt es eine zu obiger Situation passende Aussage:

Der Wind weht, wo er will. Du hörst zwar sein Rauschen, aber woher er kommt und wohin er geht, weisst du nicht. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.” (Johannes 3,8)

Das Wirken des Geistes wird hier mit dem Wind verglichen. Weitere Synonyme sind Feuer, Wasser und Öl. Das sind alles keine festen Körper, sondern fliessende Dinge. In Bewegung. Verändern ständig ihre Form, ihre Oberfläche, ihre Wirkungsintensität. Ich finde das interessant. (more…)

Wunder? – Na klar!

Dienstag, den 10. April 2012

Bibellesen kann so spannend sein! Gerade habe ich Psam 78 gelesen. Was für eine Zusammenstellung von historischen Ereignissen und dramatischen Zuständen im Volk Israel! Asaph – der dieses Lied gedichtet hat – hat ein grosses Anliegen: Seiner Generation und auch der künftigen unbedingt von den grossen Taten Gottes zu berichten, die in der Vergangenheit geschehen sind.

Wunderliste

Und er zählt emsig auf, wie oft das Volk vor oder in unüberwindbaren Schwierigkeiten steckte. Und Gott sie da auch immer wieder auf überraschende und kreative Art herausholte…:

  • 12 Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägyptenland, im Gefilde von Zoan.
  • 13 Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchziehen und stellte das Wasser fest wie eine Mauer.
  • 14 Er leitete sie am Tage mit einer Wolke und die ganze Nacht mit einem hellen Feuer.
  • 15 Er spaltete die Felsen in der Wüste und tränkte sie mit Wasser in Fülle;
  • 16 er ließ Bäche aus den Felsen kommen, dass sie hinabflossen wie Wasserströme.
  • 23 Und er gebot den Wolken droben und tat auf die Türen des Himmels
  • 24 und ließ Manna auf sie regnen zur Speise und gab ihnen Himmelsbrot.
  • 25 Brot der Engel aßen sie alle, er sandte ihnen Speise in Fülle.
  • 26 Er ließ wehen den Ostwind unter dem Himmel und erregte durch seine Stärke den Südwind
  • 27 und ließ Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand am Meer; (more…)

Was denn nun – Maria oder Martha?

Dienstag, den 3. April 2012

Wir sind zu Besuch bei guten Bekannten. Der Hausherr spricht beim Kaffeetrinken auf der Terasse seine Frau an. Ich hake nach, denn ich meine, ich hätte ihn “Martha” sagen hören. Dabei heisst seine Frau Marita…

Und plötzlich sind wir im Gespräch über die beiden Schwestern in der Bibel, den überraschenden Besuch von Jesus mit seiner Reisegesellschaft in ihrem Haus und wie herausfordernd es für die Gastgeber damals gewesen sein dürfte, alle die hungrigen Mäuler zu stopfen. Kein Wunder, dass sich Martha in ihrer Überforderung irgendwann empört an Jesus gewand hat, er möge ihre Schwester zum Helfen auffordern. Denn diese sass in der Nähe von Jesus und hörte ihm zu…

Marta aber war sehr beschäftigt mit vielem Dienen; sie trat aber hinzu und sprach: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich allein gelassen hat zu dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfe!
Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta! Du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge; 
eins aber ist nötig. Maria aber hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr genommen werden wird. (Luk. 10, 40-42) (more…)

Hallo Fidel Castro!

Donnerstag, den 29. März 2012

Ein Gespräch über Gott und die Welt soll es gewesen sein – insofern passt das Thema natürlich auf meinen Blog:-)
 
Dass du dich gestern mit dem Papst getroffen hast, das ist eine kleine Revolution! Aber Revolutionen bist du ja gewöhnt…
 
Entschuldige bitte, wenn ich dich duze. Aber schliesslich begleitest du mich schon ein ganzes Leben. Ich bin mit dir aufgewachsen, dem “Bruder” in der Karibik. Der mit unseren Staatsführern dasselbe Ziel anstrebte, die sozialistische Revolution. Und ich kann mich noch gut an die Slogans meiner Kindheit erinnern, als es während und nach der Kubakrise 1962 hiess: “Hände weg von Kuba!”
 
Atheist trifft Papst
 
Du hast dich fast ein Leben lang als Atheist bezeichnet, obwohl du eine Jesuitenerziehung genossen hast. Die Kirche zu bekämpfen, den Atheismus in der Verfassung zu verankern – das sind schon klare Signale an Glaubende. Umso erstaunlicher war da jetzt deine Bitte, das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI. auf seiner Kubareise zu treffen.
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Gold oder nicht Gold – das ist hier die Frage!

Mittwoch, den 28. März 2012

Aufregung bei allen Goldinteressenten: Es wären mal wieder gefälschte Goldbarren im Umlauf. Auch in der Schweiz. Weltweit sollen es tausende sein. In Hongkong gäbe es welche. In England hätte man welche auseinandergeschnitten – und siehe da: Im Innern wären nach Bohrungen Wolframstäbe eingesetzt worden. Diese seien durch das fast gleiche spezifische Gewicht und da sie auch nicht magnetisch sind letztendlich nicht von Gold zu unterscheiden.

Eine findige Idee der Betrüger. Denn vordergründig ist der Goldaustausch mit Wolfram schwer erkenn- und nachweisbar. Dazu gehört schon genaues Hinschauen, Messen und Prüfen. Somit kann kaum ein Käufer sicher sein, ob denn auch Gold drin ist, wenn Gold draufsteht.

Das Fälschen von Goldschmuckstücken ist keine neue Erfindung. Gängig bisher waren auch Ringe oder Ketten, die aus Blei gegossen wurden. Danach kam ein Goldüberzug als Schicht darüber, die so dick sein musste, dass sie den Abriebtest besteht. Dabei wird auf einer Schieferplatte das Gold angerieben. Der Abrieb wird mit einer speziellen Säure bestrichen. Die unedlen Legierungsmetalle werden von der Säure zersetzt, und übrig bleiben die Goldanteile – vorausgesetzt, es handelt sich wirklich um Gold. (more…)

Gott begegnen? – Manchmal muss man auf einen Turm steigen…

Freitag, den 23. März 2012
Kennen Sie Habakuk?
Klingt so fremd, altertümlich.
Ach, ein Name ist das? Ich hätte mehr eine historische Ausgrabungsstätte im Irak oder Indien vermutet.
Der soll aus der Bibel kommen…
Soll nicht, der kommt von daher – ist einer der kleinen Propheten.
Ja – und? Muss man ihn kennen?
Muss nicht, aber interessant ist der Typ allemal.
Und man kann von ihm lernen.
Ach? Was denn?
Der hat damals schon gebloggt, seine Erlebnisse und Erfahrungen einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt…
 
Habakuk 2 (LUT)
1 Hier stehe ich auf meiner Warte und stelle mich auf meinen Turm und schaue und sehe zu, was er mir sagen und antworten werde auf das, was ich ihm vorgehalten habe.
2 Der HERR aber antwortete mir und sprach: Schreib auf, was du geschaut hast, deutlich auf eine Tafel, dass es lesen könne, wer vorüberläuft!
3 Die Weissagung wird ja noch erfüllt werden zu ihrer Zeit und wird endlich frei an den Tag kommen und nicht trügen. Wenn sie sich auch hinzieht, so harre ihrer; sie wird gewiss kommen und nicht ausbleiben.
4 Siehe, wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.
 
Erst fragen – dann türmen
 
Letztens las ich sie wieder, die ersten vier Verse in seinem zweiten “Blogbeitrag”. Und fand sie spannend! Habakuk hatte viele Fragen. Und ging damit an die richtige Adresse. Gott sollte ihm doch antworten, ihm erklären, wie sein politisches Umfeld gerade einzuordnen wäre.
Gott Fragen stellen – natürlich darf man das. Wer sollte denn sonst kompetente Antworten geben? Wie die Welt tickt. Wozu Leid zugelassen wird. Wohin und wofür ich mich entscheiden soll… (more…)

Hallo Herr Wulff!

Sonntag, den 11. März 2012

Es ist doch eigenartig, wie das Leben manchmal verläuft. Gestern noch intensives, vollgepacktes Programm – heute Klosterstille und Abgeschiedenheit.

Ich habe – wie wohl ganz viele interessierte Bürger – in den letzten Wochen verfolgt, wie sich die Causa Wulff entwickelte. Vom recht jungen Bundespräsidenten mit den vielen Präsentationsaufgaben zu dem Politiker, der manche Handlungen nicht wirklich einer breiten Öffentlichkeit erklären wollte. Oder konnte.

Medien

Erst mal “auffällig” geworden, stürzten sich die Medien, vielleicht sogar mit einem Schuss Genugtuung, auf den (vielleicht) Gestrauchelten. Irgendwie ist das eine perverse Tendenz der heutigen Zeit: Sündenböcke suchen und wenn gefunden – sie zu demontieren. Um der eigenen Fehlerhaftigkeit nicht ins Gesicht schauen zu müssen? Und dann wird gebohrt, gesucht, nachgefragt, angeklagt. (more…)

Wenn die Post Bibel verteilen muss

Donnerstag, den 8. März 2012

Diese Meldung fand ich interessant:

In Ramat Gan haben die Briefträger im Auftrag christlicher Missionen das Neue Testament verteilt. Zu jeder Haustür, zu jedem Briefkasten mussten sie, wie sich schnell herausstellte, das Neue Testament in hebräischer Sprache bringen.

Offensichtlich handelte es sich um einen Massenversand mit automatisch gedruckten Serienadressen. Die Briefträger wehrten sich dagegen und erhoben Einspruch, gegen ihren Willen christliche Mission zu betreiben.

Sie kontaktierten religiöse Knessetabgeordnete, die darauf bestanden, die Affäre rechtlich zu überprüfen. Aber als staatliche Institution ist die israelische Post zur Verteilung verpflichtet, und so wurden 24 Stunden später alle Neuen Testamente trotz Kritik ausgeteilt. (more…)

Am liebsten würde ich eine Kirche gründen

Mittwoch, den 29. Februar 2012

Irgendwie ging es auf einer Website um ein Gemeindethema. Das kann man herrlich kontrovers diskutieren. Und sicher hat jeder – von seiner Warte aus – ganz originelle Ideen für was Neues. Oder auch Argumente, warum die bestehende Kirche / Gemeinde, die er kennt, so fehlerbehaftet ist.

Aber: Man kann ja auch selbst aktiv werden, wie folgender Kommentator meint:

“Hmmmm, ehrlich gesagt würde ich am liebsten eine Kirche gründen die sich nur nach der Bibel orientiert, und in der man auch nur aus der Bibel vorliest.
Irgendwie gibt es mir heutzutage zu viel Mischmasch (Sonderlehren) in den Gemeinden, das verwirrt ein wenig, finde ich.”

Vielleicht hat ER (naja, es könnte ja auch eine SIE sein) ja Recht mit seinem Wunsch nach einer reinen Bibel-Kirche. Dann wäre alles einfacher, deutlicher, klarer.

Wäre es das?

Selbst wenn in einer Kirche “nur” Bibel gelesen würde, stellte sich aber auch da die Frage: Welche Übersetzung / Übertragung würde man benutzen? Und welche Bibelabschnitte kämen zum Rezitieren: Mehr die Gerichtspassagen, die Gottes Heiligkeit hervorheben oder mehr die ermutigenden und tröstenden Abschnitte? Lesen wir nur die Psalmen? Oder aus dem Alten Testament? Andere würden das Neue Testament vorschlagen – schliesslich leben wir nicht mehr unter Gesetz. Und schon kann die “Kirche”, die es ja nicht als Person gibt, sondern die aus Menschen besteht, wieder herrlich kontrovers diskutieren… (more…)