Verwandlungen?
Ich bekomme seit einiger Zeit auch den “Montagsbrief” von Waldemar Grab, dem Musikevangelisten (ehemaliger Traumschiffpianist).
Darin schreibt er meist einige ermutigende Gedanken, berichtet von den letzten Einsätzen und bittet um Gebetsunterstützung für anliegende Projekte.
Kürzlich schrieb er folgendes:
Liebe Freunde,
die diesjährige Internationale Allianzgebetswoche empfand ich als großartig. Nicht allein die beiden Gebetskonzerte in Duisburg und Dillenburg-Nanzenbach waren spürbar gesegnet, sondern auch die vielen Begegnungen und Gespräche am Rande. “Verwandelt durch Jesus Christus“ lautete das Thema und man spürte deutlich: Die einen konnten von der Verwandlung berichten – und die anderen sehnten sich nach ihr. Deutschland im geistigen Umbruch? Ich bin dabei, Du auch?
Über den Passus mit der Verwandlung musste ich nachdenken. Zumal mich schon seit Jahren eine Bibelstelle zum Thema beschäftigt, die Ähnliches ausdrückt:
„Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an (oder spiegeln…wider) und werden so verwandelt (griech. metamorphoo) in dasselbe Bild (griech. eikon) von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.“ (2.Kor. 3,18 (ELB))
Verandlung möglich?
Verwandlung in das Bild Christi, in das Bild Gottes ist schon zu Lebzeiten möglich. Hier ist nicht die Verwandlung des ganzen Menschen bei Christi Wiederkunft gemeint. Hier geht um die innere Bereitschaft, sein Denken, seine Ziele, seine Lebensinhalte einer Veränderung zu überlassen, die Gott selbst an mir tun will und tut.
Wie genau das geschieht? Im Anschauen der Herrlichkeit des Herrn. Klingt geheimnisvoll. Aber wie alles Grosse ist es unkompliziert. Wie lang verheiratete Paare sich immer ähnlicher werden und nach vielen Jahren einfach wissen, wie der Andere denkt und tickt – so kann es auch im Geistlichen sein.
Die Codeworte heissen:
- Zeit miteinander verbringen (Reden Gottes und reden mit Gott)
- Basisinformationen über Gottes Charakter abrufen (die Bibel enthält ein Fülle davon)
- Austausch mit anderen Christen
- das Leben Jesu auf der Erde studieren, wie er sich wann wie verhalten hat – das kann dann abfärben
- sich öffnen für das Wirken des Heiligen Geistes
Es gibt sicher noch mehr Möglichkeiten, dass der eigene Charakter in den von Christus verwandelt wird.
Typen
Waldemar Grab berichtet von zwei Sorten von Christen, denen er begegnet:
1. Da ist der Erlebnistyp
Das sind Menschen, die bereits ihre Gotteserfahrungen gemacht haben – und merken, wie sich ihr Wesen durch die Beschäftigung, den Austausch, den Kontakt mit Gott bereits verändert haben. Und die das auch an konkreten Erlebnissen und Erfahrungen fest machen können. Die keine Glaubenerfahrungen aus der Konserve hervorholen müssen, sondern begeistert davon erzählen, was der Allmächtige täglich an Wundern tut. Die auch nicht mehr zurückwollen zu der Zeit, in der sie Gott nur aus der Ferne oder mit vielem theoretischen Wissen aber mit leerem Herzen kannten.
2. Da ist der Sehnsuchtstyp
Grab berichtet, dass ihm viele Menschen begegnen, die schon lange diese tiefe Sehnsucht im Herzen tragen, auch verwandelt zu werden. Die nicht damit zufrieden sind, dass sich an und in ihnen nichts weiter tut als nur das altbekannte Muster des Versagens und Unvermögens. Die die “Verwandelteten” beobachten – und ihre Sehnsucht steigt weiter, Ähnliches zu erleben und nicht bei der Theorie stehen zu bleiben. Die wie Zachäus keine Mühen (und auch keine Häme) scheuen und Möglichkeiten (Bäume) finden, um Jesu ganz nahe zu kommen. Und wenn ein Mensch sicht in Richtung Gott bewegt, dann bewegt sich Gott gleichermassen auch auf den Menschen zu! Sie wollen diese ersten Schritte gehen:
„Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen (euch nähern).“ (Jakobus 4,8)
Zusätzlich zu diesen beiden obigen Typen denke ich, dass es noch eine dritte Kategorie gibt. Ich nenne sie mal:
3. Da ist der Hände-hoch-Typ
Damit meine ich nicht, dass es Mitchristen sind, die bei Gesängen für Gott anbetend ihre Hände heben, weil es eine der Gott geziemende Form ist, ihm Ehre zu erweisen. Ich meine damit vielmehr die Abwehrhaltung “Hände hoch”. Manche haben sich spirituell so schön in ihrem warmen religiösen Kissen eingerichtet, geprägt durch die eigene Erziehung oder Lieblingstheologie, dass sie Furcht vor den anderen “Verwandlungsjunkies” bekommen und keinesfalls dasselbe Ziel zugeben würden. Sicherheit, auch in der Planung ihres eigenen Lebens oder christlicher Events ist ihnen weitaus lieber als die Experimente, wie Petrus aufs bewegte Wasser hinauszutreten, das (scheinbar) sichere Schiff zu verlassen und neue Erfahrungen zu machen. Eigentlich schade, zumal Jesus auch dazu auffordert.
Und ich?
Aber ich will damit nicht aufhören, die Grenzen von Menschen anzuschauen, die anders gestrickt sind als ich. Jeder von uns hat Verantwortung für das, was er tut. Oder nicht tut. Welche Literatur er konsumiert – oder vor welcher er die Augen verschliesst. Welche Nachrichten er ansieht und welche er ausblendet. Mir selbst wird es immer wichtiger im Leben, mich nach dem Himmlischen auszurichten, welches schon so gewaltige Auswirkungen im Diesseits hat (haben kann), wenn wir es zulassen. Ich freue mich auf mehr…!
Am 19. Januar 2012 um 19:17 Uhr
Danke Andreas für diesen Blogartikel – Haste sehr treffend erklärt!
Am 19. Januar 2012 um 23:36 Uhr
Wow, vielen Dank Andreas, klasse herausgearbeitet. GBY !